14. Juni 2018

Ich als blinder Autor

In diesem Beitrag möchte ich etwas über mich als Autor, und wie es mit der Vermarktung aussieht, schreiben.

Oft frage ich mich: Was ist ein Autor? Vor allem, wann ist man selbst ein Autor? War ich nach meiner ersten Kurzgeschichte 2010 bereits ein Autor? Durfte ich mit meinem ersten Buch die Bezeichnung Autor für mich in Anspruch nehmen? Bin ich jetzt, nach 4 Projekten, auf die bald ein Fünftes folgt, erst Autor? Die sachliche Antwort darauf ist: Schon mit der Kurzgeschichte war ich ein Autor. Jede Zeile, die man schreibt, die daher geistiges Eigentum ist, macht einen zu einem Autor. Ich sah das damals nicht so. Nach meiner Kurzgeschichte nicht und auch nicht nach meinem ersten Buch. Im Gegenteil. Ich empfand es Hochstapelei mich selbst als Autor zu bezeichnen und damit auch noch an die Öffentlichkeit zu gehen. Autoren waren für mich nur diejenigen, die in den Buchhandlungen die raumhohen Regale füllen und nur ihres Namens wegen gekauft werden um in eben so großen Regalen in den Wohnungen zu verstauben. Erst sehr viel später begriff ich, dass diese Einstellung und falsche Scham zu nichts führt. Schon mein erstes Buch schien ein Flopp zu sein. Niemand kannte es, weil niemand den Thomas Löffler kannte und noch weniger den Thomas Löffler, der sich nicht getraute Klinken Putzen zu gehen, um seinen ganzen Stolz überall anzupreisen. Der Thomas Löffler saß da und wartete. Sensibel, und mit Komplexen behaftet wagte er sich nicht, offen zu dem zu stehen, was er geschrieben hatte. Klar, derselbe Thomas Löffler gibt nicht auf. Jetzt tummelt er sich in Facebook herum und versucht sich auf manch andere Weise bekannt zu machen. Ich musste erkennen, dass man sich, wenn man sich versucht in Büchern zu verewigen, der Kritik aussetzt. Auf einmal steht man nackt da und die Leser schauen ein schamlos an.

Ich kenne einige blinde Autoren, die mehr Mut und auch mehr Möglichkeiten zur Vermarktung besitzen. In den meisten Fällen haben diese eine bessere Grundlage. Da sind Partner, die vor allem motorisiert, helfen von einer Lesung zur anderen zu kommen. Dieselben Partner übernehmen gleich die gesamte Lesung, bei der der eigentliche Darsteller des Abends nur danebensitzt. Leider habe ich diese lobbi nicht. Dennoch werde ich nicht aufhören zu schreiben. Dazu und zu vielem anderen das nächste Mal.