Die Spur
Laut schrillte die Klingel durchs Schulhaus. Alle Hunde, ob groß oder klein, flitzten in ihre Klassenräume. Bruno, ein Labrador mit schokobraunem Fell, bummelte lustlos als Letzter hinterher. Viel verlockender, als im Klassenzimmer stillzusitzen, erschienen ihm die großen Stapfen, die er im Hof entdeckt hatte.
Nach dieser Stunde muss ich sie mir genauer anschauen, grübelte er.
Als er den Klassenraum betreten hatte, rannte Falko, ein kleiner Dackel, auf ihn zu und zwickte ihm freundschaftlich ins Ohr. „Bruno, wo bleibst du denn?“
„Lass mich los, dann erzähle ich dir, was ich draußen gefunden habe.“
„Jetzt nicht. Die Stunde wird gleich beginnen.“
„Was ist dran?“
„Biologie.“
Plötzlich ging die Tür auf und die beiden Hunde rannten mit fliegenden Ohren zu ihren Plätzen. Der Lehrer, ein großer Schäferhund, stand im Türrahmen und schaute den beiden hinterher.
Natürlich, dachte er, Bruno und Falko wieder nicht auf ihren Plätzen. Das ist ja nichts Neues. Bedächtig trat er vor die Klasse und wartete. Als es langsam still wurde, rief er laut: „Guten Morgen!“
Alle Hunde riefen ein etwas Schläfriges „Guten Morgen“ zurück.
Der Lehrer blätterte einige Notizen durch. „Bruno und Falko, aufgestanden!“
Die beiden gähnten laut und schüttelten sich.
„Falko und Bruno! Ich warte!“
Endlich standen sie murrend auf und stellten sich neben ihre Bank.
„Über welches Thema sprachen wir vorige Woche?“
„Den Nordpol“, antwortete Falko nach einigem Überlegen. Alle Hunde lachten laut und wedelten mit ihren Schwänzen.
Der Lehrer seufzte. „Bruno, was war unser Thema?“
„Weiß ich nicht“, entgegnete dieser kleinlaut. Der Schäferhund lief rot an und war nahe dran, die Fassung zu verlieren. Von hinten rief Leo, ein Pudel: „Das Wildschwein im Wald.“
„Leo, wenn du schon dazwischenredest, dann doch bitte im ganzen Satz. Und stehe dazu auf.“
Der Angesprochene setzte eine ernste Miene auf und sagte langsam und deutlich: „In der vorigen Woche haben wir die Wildschweine behandelt. Diese leben im Wald.“
„Wenigstens einer, der aufpasst“, dachte der Schäferhund und trug für Leo eine Eins ins Buch ein.
Bruno horchte auf. In seinem Kopf überschlugen sich die Gedanken. Wildschweine? Das könnte es sein.
„Was ist los?“ Falko schaute Bruno fragend an.
„Das erzähle ich dir später.“
„Ihr beiden da hinten! Könntet ihr endlich mal aufhören zu flüstern. – Was war nun mit den Wildschweinen? Bruno?“
Dieser stand auf. „Sie leben im Wald.“
„Das wissen wir schon.“
Wendy, ein Beaglemädchen, hob die Pfote. „Im Winter finden die Wildschweine im verschneiten Wald kein Futter. Wenn ihnen nichts gebracht wird, kommen sie manchmal ins Dorf und suchen dort nach Nahrung.“
Bruno rutschte auf seinem Stuhl hin und her. „Darf ich was fragen?“
„Ja, bitte“, antwortete der Lehrer.
„Welche Form haben die Füße von Wildschweinen?“
„Die schauen wir uns in einer der nächsten Biologiestunden nach den Ferien an. Dazu gehen wir dann in den Wald. Da siehst du bestimmt ein paar Abdrücke. – Was gibt es noch, Kimbo?“
Ein Spitz stand auf. „Im Wald leben auch Rehe und Hirsche.“
„Weißt du auch, zu welchem Wild sie gehören?“
„Hirsche und Rehe gehören zum Rotwild, die Wildschweine dagegen zum Schwarzwild.“
Die Biologiestunde nahm ihren Lauf, bis endlich das Klingelzeichen ertönte. Bruno und Falko rannten vor den anderen Hunden ins Freie. Sie freuten sich wie alle anderen, dass die Ferien begannen.
„Sag mir endlich, was du gefunden hast“, drängelte Falko.
Bruno tat geheimnisvoll und zog seinen Kumpel in eine Ecke des Schulhofes. „Rate mal!“
„Nun sag schon.“
„Eine riesige Fußspur.“
Falko wurde ganz aufgeregt. „Wo, wo, wo hast du sie gefunden?“
„Da hinten, am Zaun. Der hat ein Loch. Es sieht aus, als wäre jemand dort durchgerannt.“
Falko sah in die angegebene Richtung. „Hm, das war aber kein Hund. Dafür ist das Loch zu groß.“
Beide liefen hin und besahen sich den Zaun und die Spur im vom Regen aufgeweichten Boden genauer.
Falko stutzte. „Das ist keine Hundespur.“ Er schaute sich den Abdruck von allen Seiten an.
Bruno überlegte: „Vielleicht war es ein Pferd.“
Falko steckte seine Nase in den Abdruck und schnüffelte. „Nein, das war kein Pferd. Es könnte ein Wildschwein gewesen sein. Ein Pferd“, erklärte er seinem Freund, „hat Hufeisen unter seinen Füßen. Diese sind nach hinten offen. Die Stapfen hier haben eine runde Form. Es sind auch nur zwei Pfoten. Das Tier passte wohl nicht ganz durch das Loch und musste wieder zurück.“
Bruno untersuchte die Lattenreste, an denen abgerissene Haare hingen. Er machte Falko darauf aufmerksam. Dieser deutete, Brunos Zeichen ignorierend, Richtung Schulhaus. „Schau mal, unser Pauker.“
Der Lehrer kam vom Hauseingang direkt auf die Hunde zu. „Was macht ihr hier noch? Ab nach Hause, es sind Ferien!“
Falko deutete auf die Stapfen. Der Schäferhund schnüffelte in der Spur. Dann besah er sich den Zaun und die Haare. „Hm ... Das muss ein Wildschwein gewesen sein. Nur ein solches Tier ist in der Lage, durch diesen Zaun zu brechen. Die Haare kommen außerdem von keinem weichen Fell. Hoffentlich ist das Tier nicht irgendwo auf dem Schulhof.“
„Das glauben wir nicht. Sehen Sie sich einmal die Spur an. Es sind nur die Vorderpfoten.“
„Ihr habt recht. Was es auch immer war, es kam nicht durch das Loch und hat sich wieder zurückgezogen.“
Bruno guckte durch den Zaun. „Falko, die Spur führt in Richtung Wald.“
„Kinder! Unternehmt nichts Unüberlegtes. Ihr dürft auf keinen Fall hinterhergehen. Für den Fall, dass es tatsächlich ein Wildschwein war, lass ich euch nicht allein gehen.“
Die Freunde gaben kleinlaut bei, im Innern aber erwachte ihre Abenteuerlust.
„Lass den Lehrer erst mal weggehen“, kicherte Bruno leise und stupste Falko in die Seite. Beide verabschiedeten sich in die Ferien und liefen über den Hof. Nach einigen Schritten blieben sie stehen und schauten sich suchend um.
„Siehst du ihn noch?“, fragte Bruno seinen Freund.
Der schüttelte den Kopf. Der große Hund war jetzt nicht mehr zu sehen und der Schulhof war inzwischen wie leergefegt.
Bruno schlich zum Zaun zurück. Auf einen Wink hin kam Falko zu ihm gerannt. Noch einmal betrachteten beide die Stapfen. Gut erkennbar verliefen diese in zwei Richtungen. Einmal zum Zaun hin und dann wieder zurück.
„Wir können sicher sein, dass unser Besucher nicht mehr hier ist“, flüsterte der Labrador.
Falko überlegte. „In der Nähe kann er schon noch sein. Sind Wildschweine wirklich so gefährlich?“
Bruno dachte nach. „Na ja, zumindest sind sie sehr groß und vielleicht doch mit Vorsicht zu genießen.“
Falko lachte. „Ein Tier mit solchen Haaren kann einfach nicht genießbar sein.“ Er drehte sich vom Zaun weg.
„Ob essbar oder nicht, ich möchte das Tier sehen und deshalb gehe ich jetzt der Spur nach. Zum Glück hat es heute Nacht geregnet.“
Falko zögerte. „Unser Lehrer hat doch ges...“
Bruno unterbrach ihn. „Du Angsthase. Was der denkt, darf er sich für die Schule aufheben. Außerdem sind Ferien.“
Die Nasen an der Erde folgten beide der Spur.
Plötzlich stutzte Bruno. „Die Stapfen führen dort hinten in ein Gebüsch.“
Falko sah den Weg entlang. „Mir ist das nicht geheuer.“
„Hör endlich auf! Wir kreisen das Wildschwein ein.“
„Du spinnst ja!“, regte sich Falko auf. „Dann rufen wir wohl noch: ‚Komm mit erhobenen Füßen raus, du bist umstellt.‘ Nein, da mache ich nicht mit.“
„Unsinn“, entgegnete Bruno. „Ich will im Moment nur wissen, ob es hinter dem Gestrüpp weitergeht.“
„Na gut“, seufzte der andere. Bruno lief los und bog ein paar Meter weiter nach rechts ab.
Vorsichtig schlich sich Falko linksseitig am Gebüsch entlang.
Sein Kumpel kam um die Ecke. „Wo bleibst du denn? Ich habe nichts gesehen. Die Spur ist weg.“
„Vielleicht kann dein Wildschwein fliegen“, kicherte Falko.
„Quatsch! Das ist dort drin.“ Er zeigte auf die dicht stehenden Büsche.
„Du kannst tun, was du willst. Mir reicht es! Ich gehe zurück.“
„Du bist ein Spielverderber“, schimpfte Bruno. Besänftigend sprach er weiter: „Ich will ja nicht ins Gebüsch.“
Plötzlich hörten sie einen Zweig knacken. „Da hinten ist was“, flüsterte Falko und näherte sich Schritt für Schritt dem Gebüsch. Deutlich hörte er hinter den Zweigen ein Scharren. Gleichzeitig näherte sich vom Schulhaus her in langen Sätzen ein großer Hund.
„Oh! Schau mal, wer da kommt.“ Bruno deutete mit seiner Pfote hinter sich.
„So, so! Da ist ja unser lieber Lehrer“, feixte Falko.
Der Schäferhund blieb vor seinen beiden Schülern stehen. „Habe es mir doch gedacht, dass ihr der Fährte gefolgt seid. Es wäre mir lieber gewesen, wenn ihr auf mich gehört hättet. Aber wo wir schon mal da sind, sehe ich mir das selbst an.“
„Das Tier muss ganz in der Nähe sein. Eben hörten wir etwas rascheln und einen Zweig knacken.“
Der Schäferhund schlich zum Gebüsch und bog langsam die Zweige auseinander. „Kommt mal her!“, raunte er.
Bruno und Falko folgten ihm zögernd.
Das riesige Tier stand gar nicht weit entfernt. Der kleinen Gruppe den Rücken zugewandt, wühlte es mit seiner Schnauze in der Erde.
„Es ist ein Keiler“, flüsterte der Schäferhund.
„Was ist ein Keiler?“, fragte Bruno.
„So nennt man das männliche Wildschwein. Die Bache ist das Weibchen dazu und die Wildschweinkinder nennt man Frischlinge. Dieser hier sucht Futter. In der festen Erde wird er nichts finden. Er versucht, an die Wurzeln zu kommen. Im Wald stehen Futterkrippen.“
Falko kam näher und sah den Lehrer fragend an. Von einer Futterkrippe hatte er noch nie etwas gehört.
„Das sind Holzgestelle mit einem kleinen Dach“, erklärte dieser. „Dort hinein legen die Förster, vor allem im Winter, Stroh, Kastanien, Eicheln und so weiter.“
Bruno trat ein paar Schritte vom Gebüsch weg und schaute sich suchend um.
Falko folgte seinem Freund. „Was suchst du?“
„Eine Futterkrippe“, entgegnete Bruno.
„Du hast doch gehört, dass es die nur im Wald gibt, und der ist noch ein Stück weg.“
„Ja, sicher. Irgendwo habe ich mal so ein Ding gesehen und das war nicht im Wald.“ Plötzlich sprang Falko auf. „Schau, da hinten.“
„Wo?“ Der Dackel hielt sich nicht mit langem Reden auf, sondern rannte los.
Die beiden anderen folgten ihm.
Was ist nur in ihn gefahren?, dachte Bruno. Da sah er seinen Freund an einem eigenartigen Gebilde aus Holz stehen. „Dies ist ja tatsächlich eine Futterkrippe“, stellte er fest. Bruno besah sie sich von allen Seiten. „Stroh und Kastanien kann ich aber nicht finden. Die hat scheinbar schon jemand gefressen. Hier sind auch ganz viele Fußabdrücke.“
Der Biologielehrer dachte nach. „Eure Klasse hat doch im letzten Herbst Kastanien gesammelt. Wo sind die geblieben?“
„Im Keller des Schulhauses.“
„Dort werden sie nur vergammeln, das wäre schade. Wir gehen zurück, bringen sie her und schütten sie in die Futterkrippe.“
Falko nickte, drehte sich um und rannte, gefolgt von Bruno, zur Schule zurück. Im Keller fanden sie in einem kleinen Verschlag die im Herbst gesammelten Eicheln und Kastanien. Nachdem sie auch einen Sack gefunden hatten, befüllten sie diesen, bis er randvoll war mit den Früchten der heimischen Bäume.
Der Lehrer half seinen Schülern, den Sack auf einen kleinen Leiterwagen zu heben, der im Geräteschuppen untergebracht war. Diesen zogen sie dann zu der Futterkrippe.
Falko blieb stehen und schnüffelte. „Hier sind dieselben Stapfen wie auf der Fährte. Sie scheinen ganz frisch zu sein. Das Wildschwein war offenbar schon an der Krippe.“
„Zu früh zum Mittagessen erschienen“, kicherte Bruno.
Der Lehrer nahm den Sack vom Wagen und füllte dessen Inhalt in die Krippe.

Brunos Rettung
Als die Arbeit geschafft war, ruhten sich die Hunde auf dem Leiterwagen aus. Bruno hielt es nicht lange auf seinem Platz. Er stand auf, sprang vom Wagen und ging langsam ein Stück in Richtung Wald.
„Lauf nicht zu weit weg!“, rief ihm sein Lehrer hinterher.
Nerv mich nicht, dachte Bruno, ging weiter und hing seinen Gedanken nach: Schön ist es hier. Das letzte Mal war ich im Herbst mit Rocko im Wald. Bruno sah zur Krippe zurück und konnte schemenhaft die beiden auf dem Wagen sitzenden Hunde erkennen. Da hocken sie, grinste er. Schade, dass unser Lehrer dabei ist. Zusammen mit Falko könnte ich tiefer in den Wald gehen. Allein traue ich mich doch nicht. – Was ist denn da hinten?
Bruno spähte am Waldrand entlang. Gar nicht weit entfernt standen drei hochgewachsene Buchen. Unter ihren Zweigen lag altes Laub vom letzten Jahr. Ein Stück weiter erblickte er eine Baumgruppe, unter deren Zweigen die Erde aufgewühlt schien. Er schlich näher heran. Sich gerade noch hinter einen Baum duckend, sah er einen dunklen Schatten. Ein großes Tier näherte sich einem der Bäume. Bruno erkannte das Wildschwein, dessen Spur er und sein Freund Falko verfolgt hatten.

Mit Schrecken beobachtete Falko vom Leiterwagen aus das große Tier, das sich seinem Freund näherte.
„Wir müssen versuchen, dieses Vieh von Bruno abzulenken“, meinte der Schäferhund, während der Dackel aufgeregt hin und her lief.
„Hoffentlich bleibt Bruno hinter dem Baum sitzen.“

Bruno war ratlos. Zitternd beobachtete er von seinem Versteck aus, wie das Wildschwein langsam auf den Baum zulief. Von vorn sieht es schrecklich aus, dachte er. Ängstlich versuchte sich der Labrador ganz klein zu machen. Der Baum war zu schmal, um ihn vollständig zu verdecken. Falko würde jetzt seine typischen Witze machen. Er meint immer, sein Freund Bruno sei zu dick und zu viel Schokolade sei eben nicht gesund. Vor allem, wenn das dazu führte, dass man zum Mittagessen eines Wildschweins wurde.
Am Rand von Brunos Gesichtsfeld huschte etwas vorbei. Genau war es nicht erkennbar, weil der immer näher kommende Keiler seine ganze Aufmerksamkeit forderte.
Das kann nur Falko sein, der mir helfen will!, überlegte Bruno.
Und tatsächlich kam gerade der Schäferhund in den Wald gerannt. Bruno drehte langsam seinen Kopf zur Seite und sah seinen Freund zu einem dicken Baum schleichen, vermutlich um sich dahinter zu verstecken.
„Was machen die denn da?“, fragte sich Bruno, während sein Gegner, dessen Nase nicht weit von der des Hundes entfernt war, anfing, den dünnen Baum zu malträtieren. Bruno konnte die Hauer klar erkennen.
Plötzlich hielt das mächtige Tier inne und wandte sich in Richtung Wald.
Bruno vernahm ein tiefes Knurren aus der Richtung, in der er Falko noch immer hinter dem Baum vermutete.
Das Wildschwein lauschte.
Von rechts hörte Bruno ein lautes und aggressives Bellen. Eindeutig erkannte er die Stimme seines Freundes.
Irritiert lief der Keiler in Falkos Richtung.
Gleichzeitig war von der anderen Seite das Kläffen des Schäferhundes zu hören.
Verwirrt schaute sich das Wildschwein um. Diese Gelegenheit nutzte Bruno zur Flucht. Schnell floh er aus dem Gefahrenbereich und hielt auf den Handwagen zu. Er sah gerade noch, wie sein Kumpel weiterbellend in den Wald rannte und in einem großen Bogen links wieder hervorkam. Gleichzeitig jagte der Schäferhund knapp an der Schnauze des Schwarzkittels vorbei aufs freie Feld.
Bruno grinste in sich hinein. Wozu ein Lehrer doch imstande war!
Kurze Zeit später waren die drei Hunde wieder vereint.
„Das ist noch mal gut gegangen“, keuchte der Schäferhund. Er war völlig außer Puste, schließlich war er nicht mehr der Jüngste. „Du darfst das nie wieder tun, Bruno, hörst du? Geh nicht allein in den Wald.“
Bruno zog seinen Schwanz ein und schaute verlegen zu Boden.
„Ich möchte gern nach Hause“, fuhr der Lehrer fort. „Wir bringen nur noch schnell den Wagen zurück.“

Als alles gut verstaut war, machten sich Bruno und Falko auf den Weg zu ihren Hütten.
Dort angekommen, schaute sich Bruno um. Na ja, dachte er, hier bekommt man wirklich kaum noch ein Bein auf die Erde. Das Aufräumen nehme ich mir jeden Tag vor und schaffe es dann meist doch nicht. Aber bevor ich das angehe, muss ich erst mal etwas essen. Mit vollem Bauch geht alles besser.
In diese Gedanken hinein klingelte das Telefon.
„Von wegen! Nichts mit vollem Bauch“, schimpfte er. Missmutig ging der Hund an den Apparat und betätigte die rote Sprechtaste. „Hier ist Bruno!“
„Hallo, mein lieber Bruno!“
Er grinste. Die hatte ihm gerade gefehlt. Erst dem Wildschwein entkommen und nun auch noch ... Laut sagte er: „Tante Elsa, das ist aber schön, dass du anrufst.“
„Störe ich gerade?“
Bruno verzog die Schnauze. „Du störst immer“, hätte er am liebsten gesagt. Er schielte zur Seite, wo eine leckere Wurst auf ihn wartete. Betont fröhlich antwortete er aber: „Ich freue mich jedes Mal, wenn du anrufst. Ist was passiert?“
„Nein, bei uns ist alles in Ordnung. Ich möchte dich nur fragen, wann du mit deinem Freund Falko zu mir nach Schnüffelsberg kommst.“
„Möglichst bald. Heute war unser letzter Schultag. Ich muss Falko fragen. Allein möchte ich das nicht entscheiden. Bis später.“ Bruno unterbrach die Verbindung.
Schnüffelsberg lag am Meer. Falko würde begeistert sein.
Den ruf ich gleich mal an, nahm sich Bruno mit einem Seitenblick auf die herrlich duftende Wurst vor.
Sein Freund meldete sich mit voller Schnauze. „Hi Falko! Meine Tante Elsa hat angerufen. Sie möchte wissen, wann wir sie besuchen.“
„Ich bin gerade beim Essen“, maulte der Angesprochene. „Ich rufe dich morgen noch mal an.“
Bruno verschlang die inzwischen nicht mehr ganz so knackige Wurst. Müde vom Tag rollte er sich auf seiner Decke zusammen und schlief bald ein.