Wendys Biographie

Hallo!

Super, dass ihr mich besucht. Ihr seid hier immer willkommen.

Hört mal zu, jetzt kommt meine Lebensstory:

Ich bin Wendy. Na ja, eigentlich heiß ich Wendely von den drei Windrädern. Da der Name aber zu lang und nicht wirklich gut zu rufen ist, sagt man eben Wendy zu mir. Am 29. März 2008 bellte ich mich auf die Welt. Wo? Das kann ich euch nicht sagen. War damals noch sehr klein und interessierte mich nur für die Muttermilch. Die hat geholfen, denn jetzt bin ich groß und stark.

Wisst ihr, ich war schon als kleiner Hund in einer Blindenführhundeschule. Klar, so etwas gibt es. Was ich da gemacht habe? Also, dort wurde mir beigebracht, was ich später alles bringen muss. Zum Beispiel einen blinden Menschen sicher über die Straße zu bringen.

Seit 2010 bin ich bei meinem Herrchen Thomas. Den habt ihr kennengelernt. Wir beide haben schon viel miteinander erlebt. Mein Herrchen fährt viel weg. Ich bin immer dabei und helfe ihm richtig ans Ziel zu kommen. Dafür bin ich schließlich elf Monate lang ausgebildet worden.

Außerdem schreibt er Bücher. Dabei strengt er sich ganz schön an.

So, nun genug geschwatzt. Über einen Gruß würde ich mich sehr freuen.

Eure Wendy

Ach ja, etwas wichtiges möchte ich euch noch sagen. Dies meine ich sehr ernst.

Meine Arbeit erfordert viel Konzentration und jede Ablenkung könnte meinen
blinden Freund gefährden.

Bitte, fragt meinen blinden Partner, ob und wie ihr helfen könnt!

Spontanes Anfassen oder Festhalten am Führgeschirr machen mich und meinen
Begleiter unsicher. Ihr könnt gerne eure Hilfe anbieten, aber seid nicht beleidigt,
wenn Herrchen oder Frauchen ablehnen. Wir sind sehr selbständig!

Bitte, sagt meinem Herrchen oder Frauchen, welche Busse einfahren oder wann
die Ampel auf "grün" steht!

Ich bin zwar sehr intelligent, aber lesen oder Ampeln richtig deuten kann ich
nicht.

Bitte, haltet euch an die Verkehrsvorschriften!
Zugeparkte oder mit Fahrzeugen verstellte Gehwege zwingen mich auf die Straße auszuweichen, wo es sehr gefährlich werden kann.

Bitte, erlaubt mir den Zutritt zu Lebensmittelgeschäften!
Das Gesetz ist zwar auf meiner Seite, aber dennoch schimpfen immer noch Leute
über mich in den Geschäften. Ihr laßt eure Augen ja auch nicht vor dem Geschäft.

Bitte, erschreckt mich nicht mit Knallkörpern und dergleichen!
Ihr gefährdet damit meine Diensttauglichkeit und mein blinder Partner verliert
einen verlässlichen Führer.

Bitte, haltet eure Hunde zurück und umgeht uns zügig!

Ich darf im Dienst nicht schnuppern und spielen. Doch in meiner (übrigens reichlich bemessenen) Freizeit bin ich jederzeit für
eine wilde Rennerei zu haben.

Bitte, füttert mich nicht!
Ich bin dazu erzogen worden, von Fremden nichts anzunehmen. Jeder Versuch
von eurer Seite untergräbt diesen Gehorsam und mein blinder Partner wird dann
zu Recht sehr ungehalten.